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Natriumchlorid ist die wissenschaftliche Bezeichnung für das Salz im Speisesalz, welches aus Natrium- und Chloridionen im Verhältnis 1:1 besteht. Es wird in der Pharmazie und Medizin unter anderem für die Herstellung der physiologischen Kochsalzlösung, zur Substitution von Natrium- und Chloridionen, bei Atemwegserkrankungen, für Inhalationen und für die Herstellung von Arzneimitteln verwendet.
Einerseits wird Natriumchlorid für die Herstellung von Arzneimitteln verwendet. Mit dem Salz wird eine sogenannte physiologische und isotonische Lösung hergestellt. Sie enthält 0.9 % Natriumchlorid (m/V). Zubereitet wird sie mit 9 g NaCl, ergänzt auf 1 Liter Wasser für Injektionszwecke . Siehe auch im Artikel → Konzentration .
Natriumchlorid 9.0 g Wasser für Injektionszwecke ad 1000.0 ml
Allerdings ist die Lösung nur annähernd physiologisch, weil bezüglich der Ionenkonzentration, den Bestandteilen als auch bezüglich des pH-Werts relevante Abweichungen bestehen (z.B. Li et al., 2016; Reddi, 2013). Neben der Natriumkonzentration ist vor allem die Chloridkonzentration im Vergleich mit dem Blutserum wesentlich höher. Der pH-Wert liegt bei etwa 5.5 oder noch tiefer. Auch deshalb kann die Zufuhr grosser Mengen zu unerwünschten Wirkungen führen (siehe unten).
Andererseits wird Natriumchlorid auch zur Substitution der Natrium- und Chloridionen verabreicht. Beide Ionen kommen in einer hohen Konzentration vor allem in der extrazellulären Flüssigkeit des Körpers vor. Es sind die zwei wichtigsten Ionen des Blutplasmas. Intrazellulär finden sie sich hingegen in einer wesentlich tieferen Menge, dort dominiert Kalium . Natrium spielt zum Beispiel für die Reizleitung im Nervensystem, für den Blutdruck und den Säure-Base-Haushalt eine wichtige Rolle.
Herstellung einer Natriumchlorid-Lösung 0.9 %, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki