Pharmakotherapeutische Gruppe: Expektoranzien, ausgenommen Kombinationen mit Hustenstillern, Mukolytika
ATC-Code: R05CB01
Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen
Acetylcysteinum depolymerisiert Mukus in vitro durch Aufbrechen der Disulfidbrücken zwischen den im Mukus vorhandenen Makromolekülen und reduziert dadurch die Viskosität der Schleimhaut.
Acetylcysteinum aktiviert das Flimmerepithel. Dadurch wird die Fließfähigkeit und der Abtransport von Bronchialsekret verbessert, was die Expektoration erleichtert und die mukoziliäre Clearance verbessert. In in vitro Modellsystemen des menschlichen Respirationstrakts konnte gezeigt werden, dass Acetylcysteinum die Adhärenz von Bakterien an Flimmerepithelzellen hemmt.
Acetylcysteinum wirkt als Antioxidans und ist ein Vorläufer von Cystein, der geschwindigkeitsbestimmenden Aminosäure für die Glutathion-Synthese in den meisten Geweben. Glutathion ist in der Epithelauskleidungsflüssigkeit der normalen unteren Atemwege vorhanden, wo es vermutlich eine wichtige Rolle beim antioxidativen Schutz der Epithelzellen spielt. Oxidative Mechanismen sind an der Pathogenese einer Reihe von Lungenerkrankungen beteiligt.