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Testosteron ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Androgene und ein natürliches männliches Sexualhormon. Es hat anabole und androgene Eigenschaften und ist für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane und -merkmale verantwortlich. Als Arzneimittel wird Testosteron für die Behandlung eines Hypogonadismus bei Männern und zur Pubertätsinduktion bei Knaben mit verzögerter Pubertät eingesetzt. Der Wirkstoff wird peroral, transdermal, buccal, nasal oder intramuskulär verabreicht. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Akne, Brustschmerzen, Muskelschmerzen, eine Prostatavergrösserung, Hitzewallungen, eine Gewichtszunahme und Reaktionen an der Verabreichungsstelle. Exogenes Testosteron wirkt bei Männern wie ein Verhütungsmittel und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Es wird als anaboles Steroid auch im Sport, für das Bodybuilding und zur Erhöhung der körperlichen Attraktivität missbraucht.
Testosteron ( ATC G03BA03 ) hat anabole und androgene Eigenschaften und wird vor allem in den Leydig-Zellen des Hodens aus Cholesterol gebildet. Es führt zur Ausprägung und Aufrechterhaltung der männlichen Geschlechtsorgane und -merkmale.
Testosteron hat zahlreiche Funktionen im Körper und wirkt unter anderem auf die Haut, die Muskeln, das Skelett, das Knochenmark, die Leber, die Nieren und das zentrale Nervensystem. Es ist auch für die Libido und für die Bildung der Spermien und für die Fruchtbarkeit erforderlich. Die Effekte beruhen auf der Interaktion mit Androgen-Rezeptoren, welche die Genexpression beeinflussen.
Wirkmechanismus der Androgene , zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki
Beim Hypogonadismus ersetzt Testosteron das fehlende Androgen im Blutkreislauf und stellt physiologische Konzentrationen sicher.
Testosteron hat eine geringe orale Bioverfügbarkeit und wird deshalb häufig unter Umgehung des Verdauungstrakts verabreicht. Bei der Einnahme gelangt nur ein kleiner Anteil in den systemischen Kreislauf. Die Halbwertszeit beträgt etwa 24 Stunden.
Die körpereigene Bildung von Testosteron wird vom zentralen Nervensystem reguliert. Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus dem Hypothalamus führt zur Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH) im Hypophysenvorderlappen. LH und FSH fördern die Testosteronbildung und -sekretion, FSH die Spermienbildung.
Hypothalamus-Hypophysen-Achse, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki