Abirateron ist ein Inhibitor der Androgenbiosynthese. Der Wirkstoff hemmt selektiv die Aktivität des Enzyms CYP17A1. Dieses Enzym spielt eine Schlüsselrolle bei der Androgensynthese in den Nebennieren, den Hoden und im Prostatakrebsgewebe. Darüber hinaus ist CYP17 für die Umwandlung von Pregnenolon und Progesteron in Testosteronvorstufen, DHEA und Androstendion verantwortlich. Abirateron senkt den Plasmatestosteronspiegel.
Abirateron wird schlecht resorbiert und ist anfällig für die Hydrolyse durch Esterasen. Daher wird es als Acetatsalz verabreicht, das eine deutlich höhere orale Bioverfügbarkeit aufweist und gegen die Wirkung dieser Enzymgruppe resistent ist. Die maximale Plasmakonzentration des Wirkstoffs wird 1,5–4 Stunden nach der Einnahme erreicht. Nahrung, insbesondere fettreiche Mahlzeiten, erhöht die Resorption der Substanz um mehr als das 4-Fache.
Abirateron wird zu 99,8 % an Plasmaproteine gebunden.
Abirateronacetat wird durch Esterasen zum aktiven Metaboliten Abirateron hydrolysiert. Anschließend metabolisieren CYP3A4 und SULT2A1 Abirateron zu zwei inaktiven Metaboliten, die als Abirateronsulfat und Abirateron-N-oxidsulfat bekannt sind.
Abirateron wird hauptsächlich über die Fäzes (ca. 88 %) und in geringerem Maße über den Urin (ca. 5 %) ausgeschieden. Die mittlere Plasmaeliminationshalbwertszeit beträgt etwa 15 Stunden.
⚠️ Warnhinweise
Abirateron kann Myopathie und Anämie verursachen. Die Behandlung mit Abirateron kann zu erhöhten Leberenzymwerten führen. Die Serum-Aminotransferase-Werte sollten vor und während der Behandlung regelmäßig überwacht werden. Abirateron sollte bei Patienten mit z. B. Herzinsuffizienz, schwerer oder instabiler Angina pectoris, ventrikulären Arrhythmien, kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder Nierenfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden, da der Wirkstoff Hypertonie, Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention verursachen kann.