Darf ich meiner Katze Aspirin geben?
Die kurze Antwort: **Fast nie** — Katzen metabolisieren Aspirin 5× langsamer als Hunde, und Toxizität ist kumulativ
Katzen fehlt das Leberenzym Glucuronyltransferase, das Aspirin bei Menschen und Hunden sicher verarbeitet. Aspirins Plasma-Halbwertszeit bei Katzen beträgt etwa 45 Stunden (vs. 7–8 Stunden bei Hunden und 2–3 Stunden bei Menschen). Das bedeutet, dass selbst eine „niedrige" Einzeldosis über mehrere Tage zu toxischen Spiegeln akkumulieren kann. Moderne Veterinärmedizin hat bessere katzensichere Alternativen; Aspirin wird heute selten verschrieben.
Wann es (selten) für Katzen verschrieben wird
Veterinärkardiologen verwendeten historisch niedrigdosiertes Aspirin (5 mg alle 72 Stunden) bei Katzen mit feliner arterieller Thromboembolie (z. B. bei hypertropher Kardiomyopathie). Die meisten Kliniker bevorzugen heute Clopidogrel (Plavix) zur felinen Thromboseprophylaxe wegen besserem Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil. Aspirin bei Katzen sollte AUSSCHLIESSLICH von einer Tierärztin verschrieben und überwacht werden — niemals auf Eigeninitiative der Tierhalter.
Toxische Dosen bei Katzen
- >40 mg/kg als Einzeldosis: signifikante Toxizität
- >25 mg/kg täglich über mehrere Tage: kumulative Toxizität
- Eine einzelne 325-mg-Erwachsenen-Aspirintablette = 81 mg/kg bei einer 4-kg-Katze — 2× die toxische Schwelle
- Selbst Baby-Aspirin (81 mg) = 20 mg/kg — gefährlich bei wiederholten Dosen
Anzeichen einer Aspirintoxizität bei Katzen
- Erbrechen (kann blutig sein)
- Appetitverlust, Gewichtsverlust
- Lethargie, Schwäche
- Atemdepression oder schnelle flache Atmung
- Hyperthermie (paradox)
- Methemoglobinämie (braungraue Schleimhäute)
- Heinz-Körper-Anämie
- Akute Nierenschädigung
- Krampfanfälle und Koma in schweren Fällen
Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.