Darf ich meiner Katze Ibuprofen geben?
Die kurze Antwort: **Nein — Ibuprofen ist bei Katzen ein veterinärmedizinischer Notfall**
Katzen sind gegenüber Ibuprofen noch empfindlicher als Hunde. Eine einzelne 200-mg-Tablette reicht aus, um bei einer typischen 4-kg-Katze schwere Nierenschädigung zu verursachen, und zwei Tabletten können tödlich sein. Es gibt keine Umstände, unter denen Ibuprofen ein angemessenes Medikament für eine Katze ist; jede Exposition ist Grund, sofort einen tierärztlichen Notdienst anzurufen.
Warum Ibuprofen für Katzen besonders gefährlich ist
Katzen fehlen mehrere hepatische Enzyme (besonders Glucuronyltransferase) und sie metabolisieren NSAIDs viel langsamer als Hunde oder Menschen. Das Medikament verbleibt tagelang statt stundenweise im System und vervielfacht seine toxischen Effekte. Katzen erleiden:
- Schwere gastrale Ulzeration und Hämorrhagie — oft Perforation
- Akute Tubulusnekrose und Nierenversagen — oft irreversibel
- Hepatische Nekrose bei großen Expositionen
- ZNS-Depression, Krampfanfälle und Koma
Toxische Dosen bei Katzen
- >5 mg/kg: GI-Ulzeration wahrscheinlich
- >8–10 mg/kg: Nierenschädigung
- >50 mg/kg: oft tödlich
- Eine einzelne 200-mg-Tablette = 50 mg/kg für eine 4-kg-Katze — nahezu letal
Was stattdessen für feline Schmerzen verwenden
- Meloxicam (niedrige Dosis 0,05 mg/kg p.o. einmal, dann 0,025 mg/kg alle 24–48 h — katzenspezifische Etikettierung variiert je Land; in DE: Metacam für Katzen)
- Robenacoxib (Onsior) — in vielen Märkten für Katzen zugelassen
Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.