Darf ich meiner Katze Paracetamol geben? (Spoiler: NEIN — kann töten)
Die kurze Antwort: **NIEMALS. Paracetamol ist eines der tödlichsten häufigen Gifte für Katzen.**
Paracetamol (Acetaminophen) ist weltweit die Hauptursache von Vergiftungstodesfällen bei Katzen. Katzen fehlt das Leberenzym Glucuronyltransferase, das Paracetamol bei Menschen und Hunden sicher verarbeitet. Eine einzelne 500-mg-Erwachsenentablette kann eine 4-kg-Katze innerhalb von 24–48 Stunden töten, wenn nicht dringend behandelt. Es gibt keine „sichere" oder „niedrige" Paracetamol-Dosis für Katzen — jede Exposition ist ein veterinärmedizinischer Notfall.
Warum Paracetamol speziell für Katzen tödlich ist
Katzen metabolisieren Paracetamol über einen kleinen Sulfatierungsweg (leicht gesättigt) und über CYP2E1, das den toxischen Zwischenstoff NAPQI produziert. Bei Menschen und Hunden wird NAPQI durch Glutathion entgiftet. Katzen haben:
1. Extrem begrenzte Glukuronidierung — der hauptsächlich sichere Weg fehlt im Wesentlichen 2. Niedriges Baseline-Glutathion — wird rasch erschöpft 3. Hämoglobin besonders oxidationsanfällig — führt zu Methemoglobinämie (Blut kann keinen Sauerstoff transportieren) und Heinz-Körper-Anämie
Innerhalb von Stunden nach Aufnahme: braungraue Schleimhäute, Gesichts- und Pfotenschwellung, Erbrechen, Atemnot, Lethargie. Tod kann innerhalb von 18–36 Stunden folgen.
Toxische Dosen bei Katzen
- Jede Dosis über 10 mg/kg ist potenziell toxisch
- 50–60 mg/kg: schwere Toxizität, häufig tödlich
- Eine einzelne 500-mg-Tablette = 125 mg/kg bei einer 4-kg-Katze = letal
- Selbst eine halbe Tablette bei einem Kätzchen ist gefährlich
Worauf zu achten
- Dunkle (schokoladenbraune) Schleimhäute oder bläulich verfärbte Schleimhäute/Zunge (Methemoglobinämie)
- Schwellung von Gesicht, Pfoten oder Hals
- Lethargie, Schwäche, Atemnot
Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.