⚠️ Warnhinweise
Ein sehr wichtiger Aspekt während der Therapie mit Tapentadol ist sein Abhängigkeitspotenzial. Personen, die Opioidrezeptor-Agonisten einnehmen, müssen kontinuierlich überwacht werden, um einen Missbrauch ohne medizinische Indikation sowie eine Abhängigkeit frühzeitig zu erkennen. Sowohl der verordnende Arzt als auch der abgebende Apotheker sollten den Patienten über dieses Phänomen aufklären.
Im Falle einer Polypharmazie, d. h. wenn ein Patient mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnimmt, die neben Tapentadol weitere sedierende Wirkstoffe wie Benzodiazepine umfassen, ist besondere Vorsicht geboten. Die gleichzeitige Anwendung solcher Präparate kann zu verstärkter Sedierung, Somnolenz, Atemdepression, Koma und sogar zum Tod führen. In solchen Fällen sollten die Dosierungen und Einnahmezeiten überprüft oder alternative Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden, um potenzierte unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. Es ist wichtig, den Patienten über diese Wirkung der Einnahme von Arzneimitteln aus den genannten Gruppen zu informieren.
Substanzen mit zentralnervös oder atemdepressiv wirksamer Komponente wie Benzodiazepine, Antipsychotika, andere Opioide, Antitussiva, H1-Antihistaminika, Barbiturate und Alkohol erhöhen bei gleichzeitiger Anwendung mit Tapentadol das Risiko für Koma und sogar Tod aufgrund kumulativer ZNS-dämpfender Effekte. Es können übermäßige Sedierung und Atemdepression auftreten.
Patienten mit Schädel-Hirn-Traumata sowie mit anamnestisch bekanntem oder bestätigtem erhöhtem intrakraniellem Druck, im Koma oder mit eingeschränktem Bewusstsein dürfen Tapentadol nicht anwenden. Patienten dieser Risikogruppe werden kontinuierlich überwacht, und der Wirkstoff könnte das tatsächliche klinische Bild verschleiern.
Bei Personen mit Krampfanfällen oder mit erhöhtem Risiko hierfür wird die Anwendung von Tapentadol nicht empfohlen. Bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Arzneimitteln, die die Krampfschwelle senken, besteht das Risiko des Auftretens von Krampfanfällen. Hierzu liegen keine klinischen Daten vor, da Patienten mit Anfallsleiden von klinischen Studien ausgeschlossen waren. Dasselbe gilt für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist insbesondere zu Beginn der Therapie ebenfalls besondere Vorsicht geboten. Klinische Daten weisen auf eine erhöhte systemische Exposition gegenüber Tapentadol im Vergleich zu Personen mit normaler Leberfunktion hin.
Opioidrezeptor-Agonisten können einen Spasmus des Sphincter Oddi auslösen, der sich als anfallsartige Schmerzen im rechten Oberbauch (Gallenkolik) äußern kann. Patienten mit diagnostizierten Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege sollten tapentadolhaltige Präparate mit besonderer Vorsicht anwenden.
Bei einer Therapie mit Tapentadol in Kombination mit Arzneimitteln, die gemischte agonistisch-antagonistische Eigenschaften aufweisen (z. B. Pentazocin), oder mit partiellen Opioidrezeptor-Agonisten (z. B. Buprenorphin) ist aufgrund des Risikos potenzierter unerwünschter Wirkungen besondere Vorsicht geboten, was eine kontinuierliche Patientenüberwachung erforderlich macht.
Die gleichzeitige Anwendung von Tapentadol mit trizyklischen Antidepressiva, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI), Antipsychotika und sonstigen Arzneimitteln, die die Krampfschwelle senken, kann das Risiko für Krampfanfälle erhöhen. Darüber hinaus wurden Fälle eines Serotoninsyndroms berichtet. Das Absetzen serotonerger Arzneimittel führte in der Regel zu einer Besserung des Zustands des Patienten.
Eine Hemmung der Uridindiphosphat-Transferase, die am Eliminationsweg von Tapentadol beteiligt ist, durch Arzneimittel wie Fluconazol, Ketoconazol und Meclofenaminsäure kann zu einer erhöhten systemischen Exposition gegenüber Tapentadol führen.
Substanzen, die die Uridindiphosphat-Transferase induzieren, wie Rifampicin, Phenobarbital und Johanniskraut, können die Wirksamkeit von Tapentadol vermindern und das Risiko potenzierter unerwünschter Wirkungen erhöhen.
Patienten, die mit Monoaminoxidase-Hemmern behandelt werden oder solche Arzneimittel innerhalb der vorangegangenen 14 Tage abgesetzt haben, dürfen Tapentadol aufgrund des hohen Risikos einer hypertensiven Krise infolge erhöhter Noradrenalinkonzentrationen an den Synapsen nicht anwenden.