Darf ich meinem Hund Paracetamol (Acetaminophen) geben?
Kurze Antwort: **Nein, geben Sie Ihrem Hund kein Paracetamol** ohne tierärztliche Verordnung und berechnete Dosierung
Paracetamol ist für Hunde in den beim Menschen üblichen Dosen toxisch. Zwar können Tierärzte Paracetamol für bestimmte Indikationen in sorgfältig berechneten Dosen verordnen (typischerweise 10–15 mg/kg alle 8–12 Stunden unter Aufsicht), aber die Selbstmedikation mit Humanpräparaten birgt das Risiko einer schweren Leberschädigung, Methämoglobinämie und des Todes. Bei Katzen ist Paracetamol nahezu immer tödlich.
Warum Paracetamol für Hunde gefährlich ist
Hunde metabolisieren Paracetamol hauptsächlich über hepatische Konjugation. Bei toxischen Dosen produziert der untergeordnete CYP2E1-Weg NAPQI — dasselbe toxische Zwischenprodukt, das beim Menschen zur Leberschädigung führt. Hunde haben geringere Glutathion-Reserven pro kg als Menschen, sodass die toxische Schwelle proportional niedriger ist. Außerdem können Hunde eine Methämoglobinämie (Blut kann keinen Sauerstoff mehr transportieren) entwickeln, mit Zyanose, Atemnot und braungrauer Schleimhautfärbung.
Toxische Dosen bei Hunden
- >100 mg/kg: Hepatotoxizität wahrscheinlich
- >200 mg/kg: schwere Leberschädigung, Methämoglobinämie
- >600 mg/kg: tödlich ohne aggressive Behandlung
- Eine einzige 500-mg-Tablette = 50 mg/kg bei einem 10-kg-Hund — bereits nahe dem toxischen Bereich
Was stattdessen verwenden
Sicherere, tierärztlich zugelassene Analgetika für Hunde:
- Carprofen (Rimadyl) — hundespezifisches NSAR
- Meloxicam (Metacam) — NSAR für Hunde
- Firocoxib — selektiver COX-2-Hemmer
- Gabapentin bei chronischen oder neuropathischen Schmerzen
Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.