Bewertungen spiegeln personliche Erfahrungen wider und stellen keine medizinische Beratung dar.
Über dieses Produkt
Hersteller
Aga Kommerz spol. s r.o.
ATC-Code
C01EB10
Quelle
URPL
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, ATC-Code: C01EB10
Endogenes Nukleosid mit peripher vasodilatatorischer / antiarrhythmischer Wirkung
Wirkmechanismus
Adenosin ist ein potenter Vasodilatator in den meisten Gefäßgebieten, mit Ausnahme der renalen afferenten Arteriolen und der Lebervenen, in denen es eine Vasokonstriktion bewirkt. Adenosin entfaltet seine pharmakologischen Wirkungen über die Aktivierung von Purinrezeptoren (zellmembranständige A1- und A2-Adenosinrezeptoren). Obwohl der genaue Mechanismus, durch den die Aktivierung der Adenosinrezeptoren die glatte Gefäßmuskulatur relaxiert, nicht bekannt ist, gibt es Hinweise sowohl auf eine Hemmung des langsamen einwärtsgerichteten Kalziumstroms mit verminderter Kalziumaufnahme als auch auf eine Aktivierung der Adenylatzyklase über A2-Rezeptoren in glatten Muskelzellen. Adenosin kann den Gefäßtonus durch Modulation der sympathischen Neurotransmission senken. Die intrazelluläre Aufnahme von Adenosin wird durch ein spezifisches transmembranäres Nukleosid-Transportsystem vermittelt. Innerhalb der Zelle wird Adenosin rasch durch die Adenosinkinase zu Adenosinmonophosphat phosphoryliert oder durch die Adenosindesaminase zu Inosin desaminiert. Diese intrazellulären Metaboliten von Adenosin sind nicht vasoaktiv.
Pharmakodynamische Wirkungen
Intrakoronare Doppler-Flusskatheterstudien haben gezeigt, dass intravenös appliziertes Adenoscan in einer Dosierung von 140 µg/kg/min bei etwa 90 % der Fälle innerhalb von 2 – 3 Minuten nach Infusionsbeginn eine maximale koronare Hyperämie (im Vergleich zu intrakoronarem Papaverin) erzeugt. Die koronare Blutflussgeschwindigkeit kehrt innerhalb von 1 – 2 Minuten nach Beendigung der Adenoscan-Infusion auf das Ausgangsniveau zurück.
Die durch Adenoscan verursachte Erhöhung der Durchblutung in normalen Koronararterien ist signifikant größer als in stenosierten Arterien. Adenoscan leitet den koronaren Blutfluss vom Endokard zum Epikard um und kann den kollateralen Koronarfluss vermindern, wodurch eine regionale Ischämie ausgelöst werden kann.
Eine kontinuierliche Infusion von Adenosin beim Menschen führt nachweislich zu einem leichten dosisabhängigen Abfall des mittleren arteriellen Drucks sowie zu einem dosisabhängigen positiv chronotropen Effekt, der höchstwahrscheinlich auf einer sympathischen Stimulation beruht. Der Eintritt dieses reflektorischen Herzfrequenzanstiegs erfolgt später als der negativ chronotrope/dromotrope Effekt. Diese differenzierte Wirkung wird vorwiegend nach Bolusinjektion beobachtet und erklärt somit den möglichen Einsatz von Adenosin zur Behandlung supraventrikulärer Arrhythmien bei Bolusgabe bzw. als koronarer Vasodilatator bei Infusion.
Obwohl Adenoscan die kardiale Erregungsleitung beeinflusst, wurde es bei gleichzeitiger Anwendung anderer kardio- oder vasoaktiver Arzneimittel wie Beta-Adrenozeptorenblocker, Kalziumkanalblocker, Nitrate, ACE-Hemmer, Diuretika, Digitalispräparate oder Antiarrhythmika sicher und wirksam verabreicht.
Kinder und Jugendliche
Eine Literaturrecherche identifizierte drei Studien, in denen eine intravenöse Adenosin-Infusion in Verbindung mit der Radionuklid-Myokardperfusionsbildgebung in einer Dosierung von 0,14 mg/kg Körpergewicht/min über 2 – 4 Minuten bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 Monat bis 18 Jahren angewendet wurde. Die größte Studie umfasste 47 Patienten im Alter von 1 Monat bis 18 Jahren und wies für die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie unter pharmakologischer Belastung mit intravenös verabreichtem Adenosin in einer Dosierung von 0,14 mg/kg/min über 3 Minuten eine Sensitivität von 87 % (KI 52 – 97 %) und eine Spezifität von 95 % (KI 79 – 99 %) aus. Es wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet.
Die derzeit verfügbaren Daten werden jedoch als sehr begrenzt erachtet, um die Anwendung von Adenosin zu diagnostischen Zwecken in der pädiatrischen Population zu unterstützen.
⚠️ Warnhinweise
Siehe Abschnitt 4.2
Das Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Vor der Anwendung ist das Arzneimittel visuell auf Partikel und Verfärbungen zu prüfen. Bei Veränderungen des Erscheinungsbildes ist die Durchstechflasche zu verwerfen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.