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Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.
Chronische Schmerzen betreffen über 20% der Erwachsenen weltweit. Erfahren Sie mehr über Schmerztypen, die WHO-Schmerzleiter, Pharmakotherapie und evidenzbasierte Behandlungen.
Chronischer Schmerz — definiert als Schmerz, der länger als drei Monate anhalt — ist eine der häufigsten und am stärksten einschränkenden Erkrankungen weltweit. Die International Association for the Study of Pain (IASP) schätzt, dass etwa jeder fuenfte Erwachsene mit chronischen Schmerzen lebt, was sie zu einer führenden Ursache für Behinderung und verminderte Lebensqualitaet macht.
Nozizeptiver Schmerz entsteht durch tatsaechliche oder drohende Gewebeschaedigung und wird durch Nozizeptoren in Haut, Muskeln, Gelenken und Eingeweiden vermittelt. Beispiele sind Arthrose, chronische Rückenschmerzen und entzuendliche Erkrankungen. Neuropathischer Schmerz resultiert aus Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems — diabetische Neuropathie, postherpetische Neuralgie, Trigeminusneuralgie. Noziplastischer Schmerz — eine neuere, von der IASP anerkannte Kategorie — bezieht sich auf Schmerz, der durch veränderte Nozizeption ohne klare Hinweise auf Gewebe- oder Nervenschaedigung entsteht. Fibromyalgie und Reizdarmsyndrom sind prototypische noziplastische Erkrankungen.
Chronische Schmerzen können von muskuloskelettalen Störungen, neurologischen Erkrankungen, postoperativen Schmerzsyndromen, Krebs und chronisch-entzuendlichen Erkrankungen ausgehen. Modifizierbare Risikofaktoren umfassen Adipositas, Bewegungsmangel, Rauchen, schlechte Schlafhygiene und unkontrollierten psychologischen Stress. Psychosoziale Faktoren — Katastrophisierung, Depression, Angst — sind mit dem Übergang von akutem zu chronischem Schmerz verbunden.
Die Diagnose stützt sich auf gründliche klinische Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Diagnostik. Kliniker bewerten Schmerzort, -qualitaet, -intensitaet (NRS, VAS), zeitliches Muster und funktionelle Auswirkungen. Warnsignale müssen ausgeschlossen werden. Eine biopsychosoziale Bewertung ist der Goldstandard.
Stufe 1 verwendet Nicht-Opioid-Analgetika: Paracetamol ist Erstlinientherapie bei leichten Schmerzen (max. 4 g/Tag). NSAIDs wie Ibuprofen (200-400 mg alle 4-6 Stunden) und Naproxen (250-500 mg zweimal täglich) bieten analgetische und antientzuendliche Wirkung. Stufe 2 fuegt schwache Opioide hinzu — Tramadol (50-100 mg alle 4-6 Stunden). Stufe 3 umfasst starke Opioide. Adjuvante Medikamente können auf jeder Stufe hinzugefuegt werden.
Pregabalin (Startdosis 75 mg zweimal täglich, Titration auf 150-300 mg zweimal täglich) und Gabapentin (Start 300 mg/Tag, Titration auf 1800-3600 mg/Tag) sind Erstlinientherapie bei neuropathischen Schmerzen. Duloxetin (60-120 mg/Tag) ist wirksam bei diabetischer Neuropathie, Fibromyalgie und chronischen muskuloskelettalen Schmerzen. Amitriptylin (10-75 mg zur Nacht) ist eine kostengünstige Option mit zusätzlichem Schlafvorteil.
Physiotherapie, kognitive Verhaltenstherapie (KVT), TENS, Akupunktur, Achtsamkeit, Yoga und Tai Chi sind evidenzbasierte Optionen. Interventionelle Verfahren — Nervenblockaden, Epiduralinjektionen, Radiofrequenzablation und Rückenmarkstimulation — können in Betracht gezogen werden, wenn konservative Maßnahmen versagen.
Weitere Informationen zu den in diesem Artikel besprochenen Medikamenten finden Sie auf den PillsCard-Seiten: Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen, Tramadol, Pregabalin, Gabapentin, Duloxetin und Amitriptylin. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Schmerzmedikamente aendern.
Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen Arzt.
Dr. Mark Richter ist Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Prävention und Management chronischer Erkrankungen.
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