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Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.
Asthma betrifft über 300 Millionen Menschen weltweit. Erfahren Sie mehr über die GINA-Stufentherapie, Inhalatortypen, Biologika und Aktionspläne.
Asthma ist eine chronisch-entzuendliche Erkrankung der Atemwege, die durch variable Atemflussobstruktion, bronchiale Hyperreagibilität und zugrunde liegende Entzündung gekennzeichnet ist. Sie betrifft schätzungsweise 339 Millionen Menschen weltweit und ist damit eine der häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen. Obwohl Asthma nicht heilbar ist, lässt es sich mit geeigneter Pharmakotherapie und Selbstmanagement-Strategien wirksam kontrollieren.
Asthma ist keine Einzelerkrankung, sondern ein heterogenes Syndrom mit multiplen Phänotypen. Allergisches (atopisches) Asthma ist der häufigste Typ, insbesondere bei Kindern, und wird durch IgE-vermittelte Reaktionen auf Umweltallergene angetrieben. Nicht-allergisches Asthma kann durch Infektionen, Belastung, kalte Luft oder Luftverschmutzung ausgelöst werden. Eosinophiles Asthma zeichnet sich durch erhöhte Eosinophile aus und praesentiiert sich häufig als schwere Erwachsenenerkrankung. Der gemeinsame pathophysiologische Nenner ist die chronische Atemwegsentzündung, die zum Atemwegsumbau führt.
Typische Auslöser sind Allergene, Atemwegsinfektionen, körperliche Belastung, Tabakrauch, berufliche Expositionen und bestimmte Medikamente (Aspirin, Betablocker). Klassische Symptome umfassen episodisches Giemen, Atemnot, Engegefuehl in der Brust und Husten — oft nachts schlimmer. Warnsignale sind die Unfaehigkeit, in ganzen Saetzen zu sprechen, Sauerstoffsättigung unter 92% und Bewusstseinsstörungen.
Die Diagnose basiert auf einer kompatiblen Anamnese plus objektivem Nachweis einer variablen exspiratorischen Atemflusslimitation. Die Spirometrie ist der Goldstandard: ein reduziertes FEV1/FVC-Verhältnis mit signifikanter Reversibilitaet nach Bronchodilatator bestaetigt die Diagnose. FeNO über 50 ppb unterstützt die Diagnose einer eosinophilen Atemwegsentzündung.
GINA organisiert die Asthmabehandlung in fuenf Stufen steigender Therapieintensitaet. Stufe 1: bedarfsweise niedrig dosiertes ICS-Formoterol oder bedarfsweise SABA mit ICS. Stufe 2: tägliches niedrig dosiertes ICS (z.B. Budesonid 200-400 mcg/Tag oder Fluticason 100-250 mcg/Tag). Stufe 3: niedrig dosiertes ICS-LABA. Stufe 4: mittel dosiertes ICS-LABA, eventuell mit Tiotropium oder Montelukast. Stufe 5: hoch dosiertes ICS-LABA plus Zusatztherapien einschließlich Biologika und bei Bedarf niedrig dosierte orale Kortikosteroide (Prednison).
Kurzwirksame Beta-2-Agonisten (SABA) wie Salbutamol (100 mcg pro Hub, 1-2 Huebe bei Bedarf) sind traditionelle Notfallmedikamente. GINA empfiehlt jedoch jetzt keine SABA-Monotherapie ohne ICS, da sie die zugrunde liegende Entzündung nicht adressiert und mit erhöhtem Risiko für schwere Exazerbationen verbunden ist.
Inhalative Kortikosteroide (ICS) sind der Grundpfeiler der Dauertherapie. Budesonid und Fluticason sind am weitesten verbreitet. Langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA) wie Formoterol und Salmeterol werden immer in Kombination mit ICS verwendet. Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (LTRA) — Montelukast 10 mg täglich — können als Zusatztherapie hinzugefuegt werden. Tiotropium ist als Zusatztherapie bei unzureichend kontrolliertem Asthma zugelassen.
Omalizumab (Anti-IgE) war das erste zugelassene Biologikum — es reduziert Exazerbationen um etwa 50% bei allergischem Asthma. Anti-IL-5-Wirkstoffe und Anti-IL-4Ra zielen auf eosinophile Entzündung ab. Die Auswahl des geeigneten Biologikums haengt vom entzuendlichen Phänotyp und den Biomarkern ab.
Jeder Asthma-Patient sollte einen schriftlichen Aktionsplan haben. Belastungsinduzierte Bronchokonstriktion tritt bei bis zu 90% der Asthma-Patienten auf. In der Schwangerschaft ist unkontrolliertes Asthma gefährlicher als Asthmamedikamente. Budesonid ist das bevorzugte ICS in der Schwangerschaft. Salbutamol bleibt ein sicheres Bedarfsmedikament.
Weitere Informationen finden Sie auf den PillsCard-Seiten: Salbutamol, Fluticason, Budesonid, Formoterol, Montelukast, Tiotropium, Omalizumab und Prednison. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Asthma-Medikamente aendern.
Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen Arzt.
Dr. Mark Richter ist Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Prävention und Management chronischer Erkrankungen.
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