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Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.
Depression ist eine behandelbare Erkrankung. Dieser Ratgeber erklärt, wann Medikamente angezeigt sind, wie verschiedene Antidepressiva-Klassen wirken und wie Nebenwirkungen behandelt werden.
Die schwere depressive Störung (MDD) ist eine der häufigsten und am stärksten beeintraechtigenden psychischen Erkrankungen weltweit und betrifft etwa 280 Millionen Menschen. Sie ist gekennzeichnet durch anhaltend niedergedrückte Stimmung, Verlust von Interesse oder Freude (Anhedonie), Schlaf- und Appetitveränderungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Wertlosigkeitsgefühle. Depression ist keine Charakterschwäche — sie ist eine medizinische Erkrankung mit komplexen Veränderungen der Hirnchemie.
Bei leichter Depression reicht oft Psychotherapie (KVT). Medikamente werden als Erstlinienbehandlung bei mittelschwerer bis schwerer Depression empfohlen. Die wirksamste Behandlung ist typischerweise die Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie.
Sertralin (50–200 mg/Tag) — oft erste Wahl. Escitalopram (10–20 mg/Tag) — am selektivsten. Fluoxetin (20–60 mg/Tag) — bevorzugt bei Jugendlichen. Citalopram (20–40 mg/Tag). Paroxetin (20–50 mg/Tag) — höchstes Absetzrisiko. Häufige Nebenwirkungen: Übelkeit, sexuelle Dysfunktion (30–70 %), Gewichtsveränderungen.
Venlafaxin (75–375 mg/Tag) — Blutdruck überwachen. Duloxetin (60–120 mg/Tag) — auch für neuropathische Schmerzen und Fibromyalgie zugelassen. Desvenlafaxin (50 mg/Tag).
Trizyklische Antidepressiva: Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin, Imipramin — wirksam aber breiteres Nebenwirkungsprofil. Enger therapeutischer Index — Überdosierung kann tödlich sein. MAO-Hemmer: Phenelzin, Tranylcypromin — hoch wirksam aber diätetische Einschränkungen und Arzneimittelinteraktionen. Reserviert für therapieresistente Depression.
Bupropion (150–450 mg/Tag) — einziges Antidepressivum ohne sexuelle Nebenwirkungen; kontraindiziert bei Krampfanfällen. Mirtazapin (15–45 mg/Tag) — sedierend und appetitanregend; nützlich bei Schlaflosigkeit. Trazodon — häufiger als Schlafmittel verwendet. Vortioxetin (10–20 mg/Tag) — kognitive Vorteile. Agomelatin (25–50 mg/Tag) — verbessert die Schlafarchitektur; Leberfunktionsüberwachung erforderlich.
Depression mit Schlaflosigkeit — Mirtazapin, Trazodon, Amitriptylin. Mit Müdigkeit — Bupropion, Venlafaxin. Mit Angst — Sertralin, Escitalopram. Mit chronischen Schmerzen — Duloxetin, Amitriptylin. Sorge um sexuelle Dysfunktion — Bupropion, Mirtazapin. Alle Antidepressiva benötigen 2–4 Wochen bis zum Wirkungseintritt und 6–8 Wochen für die volle Wirkung.
Abruptes Absetzen — besonders von Paroxetin und Venlafaxin — kann Schwindel, Übelkeit, "Gehirnzaps", Reizbarkeit und grippeähnliche Symptome verursachen. Prävention: schrittweise Dosisreduktion über mindestens 4 Wochen.
Etwa 30 % der Patienten sprechen nicht ausreichend an. Strategien: Augmentation mit Lithium, atypischen Antipsychotika (Aripiprazol, Quetiapin) oder Trijodthyronin (T3). Esketamin (intranasal) für therapieresistente Depression. Elektrokonvulsionstherapie (EKT) — wirksamste Behandlung für schwere therapieresistente Depression. Transkranielle Magnetstimulation (TMS).
Wichtige Medikamente: Sertralin, Escitalopram, Fluoxetin, Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion, Mirtazapin, Amitriptylin, Trazodon, Vortioxetin und Agomelatin. Verwandte Erkrankungen auf PillsCard: Angststörungen, Schlaflosigkeit, chronische Schmerzen, Migräne.
Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen Arzt.
Dr. Anna Kowalska ist klinische Apothekerin mit über 12 Jahren Erfahrung. Sie spezialisiert sich auf Arzneimitteltherapie-Management, Wechselwirkungen und Patientensicherheit.
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