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Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt.
Typ-2-Diabetes betrifft über 460 Millionen Menschen weltweit. Dieser umfassende Ratgeber behandelt Pathophysiologie, Diagnose, Lebensstil und Medikamente.
Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch Insulinresistenz und fortschreitende Betazell-Dysfunktion gekennzeichnet ist und zu dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten führt. Er macht etwa 90–95 % aller Diabetesfaelle aus und hat weltweit epidemische Ausmaße erreicht — über 460 Millionen Erwachsene sind betroffen.
Im gesunden Körper produzieren die Betazellen der Bauchspeicheldrüse Insulin, das als Schlüssel für die Glukoseaufnahme in die Zellen dient. Bei T2DM treten zwei Defekte auf: Insulinresistenz — die Zellen reagieren weniger auf Insulin — und Betazell-Dysfunktion — die Bauchspeicheldrüse kann den erhöhten Insulinbedarf nicht mehr decken. Zusätzlich tragen erhöhte hepatische Glukoseproduktion, verminderter Inkretineffekt und erhöhte renale Glukosereabsorption bei.
Nüchternplasmaglukose ≥126 mg/dL (7,0 mmol/L). HbA1c ≥6,5 % — spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker über 2–3 Monate wider. Oraler Glukosetoleranztest (oGTT) — 2-Stunden-Wert ≥200 mg/dL. Prädiabetes: Nüchternglukose 100–125 mg/dL oder HbA1c 5,7–6,4 %.
Übergewicht/Adipositas (besonders viszerale Adipositas), Familienanamnese, Bewegungsmangel, Alter >45 Jahre, Ethnizität, Gestationsdiabetes in der Vorgeschichte und PCOS.
Ernährungsumstellung mit Fokus auf Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und gesunde Fette. Die mediterrane Ernährung zeigt besondere Vorteile. Körperliche Aktivität — mindestens 150 Min/Woche moderates Ausdauertraining plus Krafttraining 2–3x wöchentlich. Gewichtsreduktion um 5–7 % verbessert die glykämische Kontrolle signifikant.
Metformin bleibt Erstlinientherapie — reduziert hepatische Glukoseproduktion, senkt HbA1c um 1,0–1,5 %. SGLT2-Hemmer (Empagliflozin, Dapagliflozin) — kardio- und nephroprotektiv, fördern Gewichtsverlust. GLP-1-Rezeptor-Agonisten (Semaglutid, Liraglutid) — signifikanter Gewichtsverlust, kardiovaskulaerer Schutz. DPP-4-Hemmer (Sitagliptin) — moderate Wirksamkeit, gute Verträglichkeit. Sulfonylharnstoffe (Gliclazid, Glimepirid) — wirksam und günstig, aber Hypoglykamierisiko. Insulin — bei fortgeschrittenem Betazellversagen erforderlich.
Hypoglykamie (Blutzucker <70 mg/dL) ist die gefürchtetste akute Komplikation. Symptome: Zittern, Schwitzen, Herzklopfen, Verwirrtheit. 15er-Regel: 15 g schnell wirksame Kohlenhydrate einnehmen, 15 Minuten warten, erneut messen. Bei schwerer Hypoglykamie: Glukagon-Injektion.
Mikrovaskulaere Komplikationen: diabetische Retinopathie (jährliche Augenuntersuchung), Nephropathie (Albumin im Urin und eGFR überwachen), Neuropathie (bis zu 50 % der Patienten). Makrovaskulaere Komplikationen: koronare Herzkrankheit, Schlaganfall — 2–4-fach erhöhtes kardiovaskulaeres Risiko. Umfassende Behandlung: HbA1c <7 %, Blutdruck <130/80 mmHg, LDL <70 mg/dL.
Wichtige Medikamente: Metformin, Empagliflozin, Dapagliflozin, Semaglutid, Liraglutid, Sitagliptin, Gliclazid, Pioglitazon, Insulin glargin und Insulin lispro. Verwandte Erkrankungen auf PillsCard: Bluthochdruck, Hyperlipidämie, chronische Nierenerkrankung.
Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie immer einen Arzt.
Dr. Anna Kowalska ist klinische Apothekerin mit über 12 Jahren Erfahrung. Sie spezialisiert sich auf Arzneimitteltherapie-Management, Wechselwirkungen und Patientensicherheit.
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